Tierhortung (im Englischen als „Animal Hoarding“ bekannt) bezeichnet das krankhafte Sammeln und Halten von Tieren, ohne ihnen die Mindeststandards an Pflege, Nahrung und medizinischer Versorgung zu bieten. Betroffene merken meist nicht, dass sie das Wohl der Tiere gefährden.
Wenn Behörden solche Fälle aufdecken und die Tiere retten, hinterlassen sie oft extrem verschmutzte Wohnungen. Hier kommen Spezial- und Tatortreiniger ins Spiel, um die Räume wieder bewohnbar zu machen.
Was wir als Tatortreiniger gegen die Folgen von Tierhortung tun
Die Reinigung solcher Wohnungen erfordert Schutzkleidung, Spezialgeräte und chemische Mittel. Die Arbeit läuft meist in festen Schritten ab:
- Räumung und Entmüllung: Wir entsorgen unbrauchbare Möbel, verunreinigte Teppiche sowie zentimeterhohe Schichten aus Kot, Urin und Einstreu.
- Geruchsneutralisation (Ozonbehandlung): Der extreme Ammoniak- und Verwesungsgeruch lässt sich nicht einfach weglüften. Reiniger setzen Ozon- oder Plasma-Generatoren ein, die Geruchsmoleküle in der Luft und in Wänden zerstören.
- Schädlingsbekämpfung: Messie- und Tierhortungs-Wohnungen ziehen Fliegen, Maden, Flöhe und Schaben an. Wir bekämpfen diesen Befall professionell.
- Desinfektion: Durch Tierfäkalien und Kadaver drohen Infektionskrankheiten. Der gesamte Bereich wird mit speziellen, behördlich gelisteten Desinfektionsmitteln komplett keimfrei gemacht.
Der Unterschied zum normalen Putzen
| Kriterium | Normale Reinigung | Tatortreinigung (Tierhortung) |
| Ausrüstung | Staubsauger, Wischmopp, Allzweckreiniger | Ganzkörperschutzanzüge, Atemschutzmasken, Ozongeräte |
| Gefahrenstoffe | Hausstaub, normaler Schmutz | Krankheitserreger (Zoonosen), Ammoniakdämpfe, Schimmel |
| Ziel | Sauberkeit und Ordnung | Vollständige Entseuchung und Geruchsbeseitigung |
Animal Hoarding (Tiersammelsucht) entsteht meist aus einer psychischen Erkrankung oder einer tiefen Krise, und die Betroffenen merken es selbst oft gar nicht.
Warum wird man zum Animal Hoarder?
Hinter dem unkontrollierten Sammeln von Tieren stecken fast nie böse Absichten, sondern schwere seelische Probleme. Die Auslöser sind vielfältig:
- Krankhafte Einsamkeit oder Verluste: Tiere geben bedingungslose Nähe, bewerten nicht und widersprechen nie. Sie füllen eine emotionale Leere nach Traumata, Trennungen oder Todesfällen.
- Zwangsstörungen und Kontrollverlust: Das Retten von Tieren wird zur Sucht. Die Betroffenen glauben steif und fest, sie seien die Einzigen, die den Tieren helfen können („Retter-Syndrom“).
- Fließender Übergang: Es fängt meist mit einer ganz normalen, gut gemeinten Tierhaltung an. Die Anzahl wächst unmerklich, bis die Person den Überblick, das Geld und die Kraft für die Versorgung verliert.
- Sonderform des Messie-Syndroms: Wie beim Horten von Gegenständen versagt die Realitätswahrnehmung für den Zustand der Umgebung komplett.
Wann merkt man es?
Die kurze Antwort lautet: Die Betroffenen merken es in der Regel gar nicht. Sie leben in einer verzerrten Realität.
- Fehlende Krankheitseinsicht: Selbst, wenn der Wohnraum extrem beengt ist, Gestank herrscht oder Tiere krank sind, blenden Hoarder dies aus. Sie sehen sich selbst als liebevolle Tierretter, nicht als Tierquäler.
- Wann das Umfeld es merkt: Außenstehende, Nachbarn, Familie oder Behörden bemerken die Situation meist durch deutliche Warnsignale:
- Intensiver, unangenehmer Gerruch (Urin, Kot) aus der Wohnung oder dem Haus.
- Starke soziale Isolation des Halters (Besuche werden vermieden, Handwerker nicht reingelassen).
- Beobachtungen von stark abgemagerten, kranken oder verwahrlosten Tieren.
- Ständiges, unkontrolliertes Ankarren oder Verbringen neuer Tiere.