Eine Messie-Wohnung bezeichnet eine Wohnung, in der sich aufgrund des sogenannten Messie-Syndroms (einer Wertbeimengungsstörung) massenhaft Gegenstände, Müll, Unrat oder auch Lebensmittel ansammeln, sodass die Räume kaum noch normal nutzbar sind. Eine Extremform ist das „Animal Hoarding“ (Tierhortung).
Wir als Tatortreiniger werden in solchen Fällen oft gerufen, wenn eine reguläre Entrümpelungsfirma überfordert ist, da Messie-Wohnungen häufig extreme hygienische und gesundheitliche Risiken (wie Schimmel, Schädlingsbefall oder Fäkalien) bergen.
Was wir in einer Messie-Wohnung tun
Wir gehen bei einer Messie-Wohnung hochprofessionell und schrittweise vor:
- Gefährdungsbeurteilung: Das Team sichtet die Wohnung vorab in Vollschutzanzügen und Atemschutzmasken, um Risiken wie Schimmelpilze, Krankheitserreger oder Einsturzgefahren einzuschätzen.
- Schädlingsbekämpfung: Häufig erfolgt vorab eine erste Desinfektion oder der Einsatz von Schädlingsbekämpfer, um Fliegen, Maden, Kakerlaken oder Ratten zu beseitigen.
- Sortierung und Entrümpelung: Brauchbare Gegenstände, Dokumente oder Wertsachen werden (oft in Absprache mit Betreuern oder Angehörigen) separiert. Der Rest wird fachgerecht nach Abfallarten sortiert und entsorgt.
- Geruchsneutralisation: Extreme Gerüche von verrotteten Lebensmitteln oder Fäkalien werden mit Spezialgeräten wie Ozonisatoren oder Kaltbenebelungsgeräten dauerhaft neutralisiert.
- Spezialreinigung und Desinfektion: Alle Oberflächen, Böden und Wände werden mit medizinischen Desinfektionsmitteln gereinigt, um Bakterien, Viren und Pilzsporen abzutöten, sodass die Wohnung wieder gefahrlos betreten werden kann.
Man wird zum Messie-Syndrom durch eine Kombination aus tiefen psychologischen Faktoren, emotionalen Krisen und einer gestörten Wert- und Strukturbeimessung von Gegenständen, und man merkt es oft erst, wenn der Wohnraum stark eingeschränkt ist oder Scham und soziale Isolation einsetzen.
Warum wird man zum Messie?
- Psychische Ursachen: Oft stecken Depressionen, Einsamkeit oder Zwangsspektrumsstörungen dahinter. Gegenstände dienen als emotionaler Ersatz für fehlende Zuwendung oder soziale Nähe.
- Traumatische Erlebnisse: Krisen wie der Tod einer nahestehenden Person, Scheidung, Arbeitslosigkeit oder ein schwerer Verlust können das Horten auslösen.
- Wertbeimessungsstörung: Betroffene können den tatsächlichen Wert von Dingen nicht mehr realistisch einschätzen. Sie empfinden eine extreme emotionale Bindung selbst zu wertlosem Müll.
- Entscheidungsschwäche: Einfache Alltagsentscheidungen (wegwerfen oder behalten?) überfordern die Betroffenen chronisch, weshalb das Aufräumen immer weiter aufgeschoben wird.
Wann merkt man es?
- Schleichender Prozess: Das Verhalten entwickelt sich über Jahre. Anfangs wirkt es wie normale Unordnung, die erst spät als Problem wahrgenommen wird.
- Wohnraumverlust: Betroffene merken es spätestens dann, wenn wichtige Funktionsräume (wie das Bett, die Küche oder das Bad) nicht mehr genutzt werden können.
- Reaktion von außen: Häufig bemerken es Angehörige, Nachbarn oder Vermieter zuerst – etwa durch Gerüche, Schädlingsbefall oder wenn Handwerker/Ärzte nicht mehr in die Wohnung gelassen werden können.
- Leidensdruck und Scham: Wenn der Leidensdruck im Alltag steigt, Isolation droht oder tiefe Schamgefühle das Verstecken des Zustands erzwingen, wird das Ausmaß bewusst.