Desinfektion und Geruchsstopp

Desinfektion und Geruchsstopp sind zwei getrennte, aber eng miteinander verknüpfte Schritte der professionellen Hygiene, um Keime abzutöten und biologische Gerüche dauerhaft zu neutralisieren.

Während herkömmliche Putzmittel Schmutz nur oberflächlich entfernen, beseitigen diese Verfahren unsichtbare Gesundheitsgefahren und hartnäckige Geruchsmoleküle, die tief in Materialien eingedrungen sind.

Was bedeutet Desinfektion?

Die Desinfektion ist ein Prozess, bei dem die Anzahl lebender Mikroorganismen (wie Bakterien, Viren, Pilze und Sporen) so weit reduziert wird, dass von der behandelten Oberfläche keine Infektionsgefahr mehr ausgeht.

  • Der Zweck: Sie schützt vor Krankheiten und stoppt den biologischen Zersetzungsprozess.
  • Die Abgrenzung: Im Gegensatz zur Sterilisation (völlige Keimfreiheit) wird bei der Desinfektion ein Zustand erreicht, der für den Menschen sicher ist.

Was bedeutet Geruchsstopp?

Geruchsstopp (oder Geruchsneutralisation) bedeutet, unangenehme Gerüche nicht einfach mit Parfum zu überdecken, sondern die Geruchsmoleküle aufzubrechen und zu zerstören.

  • Das Problem: Bei der Zersetzung organischer Stoffe (Blut, Gewebe, Fäkalien) entstehen Gase wie Ammoniak und Schwefelwasserstoff. Diese setzen sich tief in Wänden, Böden und Möbeln fest.
  • Das Ziel: Den Geruch an der physikalischen oder chemischen Wurzel zu packen, damit er dauerhaft verschwindet.

Wir nutzen ein systematisches, mehrstufiges Verfahren und Spezialausrüstung, um extreme Verunreinigungen zu beseitigen.

Schritt 1: Die Erstdesinfektion (Infektionsschutz)

  • Maßnahme: Noch bevor der Tatort betreten oder gereinigt wird, sprühen Reiniger den Raum mit einem Breitband-Desinfektionsmittel ein.
  • Grund: Dies schützt die Einsatzkräfte vor Krankheitserregern (z. B. HIV, Hepatitis) in der Luft und auf Oberflächen.

 

Schritt 2: Mechanische Reinigung und Entsorgung

  • Maßnahme: Alle kontaminierten Gegenstände (Matratzen, Teppiche, Möbel) werden als infektiöser Müll entsorgt.
  • Grund: Aus porösen Materialien lassen sich Körperflüssigkeiten und Gerüche oft nicht mehr entfernen.

 

Schritt 3: Gezielte Geruchsneutralisation (Technologische Verfahren)

Um den Geruchsstopp im gesamten Raum zu garantieren, setzen Tatortreiniger spezielle Geräte ein:

  • Ozonbehandlung (Ozonisierung): Ein Generator wandelt Sauerstoff (O₂) in Ozon (O₃) um. Ozon ist hochreaktiv. Es spaltet die Geruchsmoleküle in der Luft und in den Wänden auf und tötet gleichzeitig verbliebene Keime. Danach zerfällt es wieder zu harmlosem Sauerstoff.
  • Kaltnebelverfahren (Fogging): Ein feiner Nebel aus speziellen Wirkstoffen (oft auf Enzymbasis) wird im Raum verteilt. Die Enzyme „fressen“ die organischen Geruchsursachen in den kleinsten Ritzen auf.
  • Plasma-Desinfektion: Ähnlich wie Ozon, jedoch wird hier ein kaltes Plasma erzeugt, das Gerüche und Viren schnell zerstört.