Bettwanzenbekämpfung

Vorgehensweise bei der Bettwanzenbekämpfung:

  • Gründliche Inspektion: Der Experte sucht gezielt nach Kotspuren, Häutungen und Verstecken (hinter Fußleisten, Steckdosen, Bildern und im Bettgestell).
  • Chemische Bekämpfung: Der Einsatz spezieller, professioneller Insektizide (Sprüh- und Nebelverfahren) erfolgt gezielt an den Laufwegen und Verstecken. Oft sind mehrere Anwendungen im Abstand von zwei bis drei Wochen nötig.
  • Kontrolle: Nach einigen Wochen findet eine Nachkontrolle statt, um einen eventuellen Neubefall durch überlebte Eier auszuschließen.

 

Die mit Abstand häufigste Bettwanzen-Art in Deutschland ist die Gemeine Hausbettwanze (Cimex lectularius). Sie macht den allergrößten Teil der dokumentierten Fälle in menschlichen Wohnungen aus. Daneben gibt es noch wenige andere nah verwandte Wanzenarten aus der Familie der Plattwanzen (Cimicidae), die gelegentlich in Gebäude eindringen und Menschen beißen können.

Relevante Arten:

Gemeine Hausbettwanze (Cimex lectularius)

  • Häufigkeit: Absolut dominierend. Sie ist die „klassische“ Bettwanze, die weltweit verschleppt wird.
  • Merkmale: 4 bis 8,5 Millimeter groß, rotbraun, stark abgeplattet (erinnert an einen Apfelkern). Nach dem Blutsaugen schwillt sie an und verfärbt sich dunkelrot.
  • Lebensweise: Sie ist komplett an den Menschen als Hauptwirt angepasst. Sie lebt versteckt in Ritzen von Bettgestellen, Matratzen und Fußleisten.

 

Schwalbenwanze (Oeciacus hirundinis)

  • Häufigkeit: Gelegentlich in Wohnungen zu finden.
  • Lebensweise: Ihr eigentlicher Wirt sind Schwalben. Sie nistet in Schwalbennestern an Hausfassaden. Verlassen die Vögel im Spätsommer das Nest oder wird der Befall zu groß, wandern diese Wanzen über Fenster und Ritzen in Wohnungen ein und beißen ersatzweise Menschen.
  • Unterschied: Sie ist etwas kleiner (ca. 3–4 mm) und deutlich stärker behaart als die Gemeine Bettwanze.

 

Fledermauswanze (Cimex pipistrelli)

  • Häufigkeit: Selten.
  • Lebensweise: Sie lebt parasitär an heimischen Fledermäusen. Wenn Fledermäuse Dachböden oder Rolladenkästen besiedeln, können die Wanzen den Weg ins Haus finden. Optisch ist sie für Laien kaum von der normalen Hausbettwanze zu unterscheiden.

 

Tropische Bettwanze (Cimex hemipterus)

  • Häufigkeit: Extrem selten, wird ausschließlich als Reiseimport nach Deutschland eingeschleppt.
  • Lebensweise: Sie bevorzugt dauerhaft warmes Klima und kann sich in normalen, mitteleuropäischen Wohnungen im Winter meist nicht dauerhaft ohne Heizungsausfälle halten, wird aber durch den globalen Tourismus vereinzelt in Gepäckstücken registriert.